Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
IT Italien, Italia, Italie, Italia, Italy
Jugendsprache, Lenguaje juvenil, Langue des jeune, Linguaggio giovanile, Teenage slang

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IT Italien, Italia, Italie, Italia, Italy
Jugendsprache, Lenguaje juvenil, Langue des jeune, Linguaggio giovanile, Teenage slang

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Espey, Simone
Italienische Jugendsprache

(E?)(L?) https://www.fachzeitungen.de/ebook-italienische-jugendsprache

GRIN Verlag, 2006, 22 Seiten, ISBN 9783638472630, PDF

Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde, Note: 2,5, Universität Passau, 12 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch

Einleitung

Eine Hausarbeit, die sich mit der italienischen "Jugendsprache" beschäftigt, muss, bevor sie sich mit den Charakteristika dieser beschäftigt, erst einmal klären, was "Jugendsprache" eigentlich ist. Eigentlich ist die Erklärung ganz einfach: "Jugendsprache" ist die Sprache der Jugend. Doch diese Definition nährt den Mythos, es gäbe eine Sprache, deren Besitzer ausschließlich die Jugend wäre und die nur von Jugendlichen gesprochen würde. Sprachwissenschaftler sehen "Jugendsprache" heute als ein komplexes sprachliches Register. Des Weiteren betont die Psychologie, dass die Jugendlichen häufig in zwei 'Wertwelten' leben, die zum einen durch die Eltern und zum anderen durch die Altergenossen geprägt werden. Diese zwei Wertwelten können großen Einfluss auf die Sprache haben. Je nachdem, mit wem die Jugendlichen kommunizieren, wechseln sie von einem Sprachsystem in ein anderes. Allgemein kann man sagen, dass es so viele Jugendsprachen wie Gruppen Jugendlicher gibt.

Bis heute wird von der neueren Jugendsprachenforschung die Frage gestellt, ob die so genannten Jugendsprachen - also auch die italienische - wirklich als solche bezeichnet werden können. Liegt hier nicht vielmehr eine Verwechslung mit den Sondersprachen vor, aus denen eine Vielzahl der heutigen Jugend ihren Wortschatz rekrutiert? Auch die italienische Jugendsprache müsste demzufolge als Sondersprache bezeichnet werden, da sie ihr Potential größtenteils aus den Sondersprachen - allen voran der Gaunersprache und dem Drogenjargon - schöpft. Diese Problemstellung soll im Folgenden geklärt werden.
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(E?)(L?) https://www.grin.com/document/51242


(E?)(L?) https://www.hausarbeiten.de/document/51242

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2. Entwicklung der italienischen Jugendsprache

Noch vor zehn Jahren hätte die gewählte Thematik in der italienischen Linguistik Erstaunen ausgelöst: Das Sprachverhalten von Jugendlichen in Italien galt als weitgehend unauffällig. Zwar verfügte man in den 70er Jahren über zwei Wortschatzsammlungen, die die Sonderheit einer Jugendsprache propagierten („Il Mercabul. Il controlinguaggio dei giovani”, “Saggio di un vocabolario del gergo studentesco alessandrino”), diese fanden jedoch in der Fachwelt wenig Beachtung. Ansonsten darf man Annehmen, dass die Kommunikation unter Jugendlichen in den frühen 70er Jahren noch nicht im Zusammenhang mit einer eigenen Varietät des Italienischen gewertet wird. Eine generationsspezifische Varietät wird der Jugend in Italien erst in den 80er Jahren zugebilligt. Bis heute sind jugendsprachliche Varietäten immer noch sehr unvollkommen beschrieben und die Darstellung des Sprachverhaltens von Jugendlichen scheint den Massenmedien überlassen worden zu sein (siehe auch Punkt 4).

3. Italienische Jugendsprache - Begriffserklärung

Die Sprache der Jugendlichen in Italien kann aufgefasst werden als eine Form überregionaler Umgangssprache, die in der Nähe eines "italiano parlato trascurato" anzusiedeln ist. Sie ist allgemein verständlich, distanziert sich faktisch von präskriptiven Normen und führt gleichzeitig Formen ein, die potentiell auch in das "italiano comune" vordringen können. Es existieren Parallelen zur niederen Volkssprache, dem "italiano popolare" (auch das sich rasch ausbreitende "fare un bidone a qn." - „jdn. hereinlegen“ ist unter den Jugendlichen sehr beliebt, gehört aber gleichzeitig dem "italiano popolare" an).

Ein zweiter Definitionsversuch strebt eine Zuweisung auf der Grundlage von auslösenden politischen Bewegungen an. Demnach haben in den letzten zwanzig Jahren in Italien zwei Bewegungen Auswirkungen auf die Jugendsprache gezeigt, nämlich die "contestazione" im Gefolge des Mai 1986 und die Jugendrevolte um die Ereignisse in Bologna 1977 mit dem Einsetzen der "indiani metropolitani". Jugendsprache diente als Protestvokabular der unterschiedlichen Protestbewegungen, von 1968 über die "indiani metropolitani" des Jahres 1977 bis zu dem heutigen "movimento dei verdi". Die "contestazione del 68" hat vor allem Bewegung in den politischen Wortschatz gebracht und hat, wie die folgenden Beispiele zeigen, neues Fachvokabular in die Umgangssprache eingeführt und gleichzeitig das Expressivitätspotential in der "comunicazione politica" durch vulgärsprachliche Anleihen erhöht; man denke an Slogans wie "siamo sempre più incazzati" / "con governo e sindacati" oder an Wandschriften wie "merda ai baroni dell’Università".

Nachdem nun geklärt wurde, wie die italienische Jugendsprache anzusehen ist, sollen nun verschiedene Aspekte der Jugendsprache in Italien genauer beleuchtet werden.

4. Italienische Jugendsprache und Massenmedien

Die Medien haben das jugendliche Käuferpotenzial erkannt und stellen ihre Werbung und Kommunikation auf das Zielpublikum ab. Bricolage, Ironie und Selbstironisierung, verbale Duelle sind zentrale Praktiken mit denen Jugendliche angesprochen und durch die medienspezifische Diskurse etabliert werden.

Die Massenmedien stellen Identifikationsmuster bereit, die von Jugendlichen als Modewörter bereitwillig aufgegriffen werden und als "battute", als geistreiche Slogans, die jugendsprachliche Kommunikation mitgestalten.

So werden Sätze wie "è una discussione da Bazzaglia" aus der Fernsehsendung "Quelli della notte" oder "Nuova? No, lavato con Perlana!" fest in das jugendsprachliche Repertoire übernommen. Daneben behaupten sich in Italien auch andere Formen der Massenmedien, die unter anderem die Ausbildung eigener sondersprachlicher Sprachformen fördern. So propagiert seit Januar 1968 das Blatt Paninaro den Lebensstil einer Jugendgruppe. Die Zeitschrift besteht aus comic strips ("fumetti"), die das Gruppenwesen der "paninari" vor allem im Kampf gegen die "matallari" und „böse Süditaliener“ thematisieren. Unter den Bildern werden die zahlreichen gergo-Ausdrücke im Text erklärt. Weiters verbreitet das "dizionario del paninaro" das Jugendvokbular. Neben "il Paninaro" behaupten sich seit einigen Jahren die Jugendzeitschriften "Preppy" und "Sfitty" vor allem für Mädchen, ohne sich merklich von der Aufmachung des "Paninaro" zu unterscheiden, und "Wild Boys" oder "Cucador" propagieren dasselbe Weltbild einer konsumorientierten Jargon-Schikkeria. Auch Liedtexte (siehe hierzu auch Kapitel 7) tragen dazu bei, den jugend- bzw. sondersprachlichen Wortschatz zu verbreiten.
... "I paninari" sind ursprünglich die Besucher der inzwischen geschlossenen Bar an der Piazza Liberty in Mailand gewesen. Sie zeichnen sich durch sportliche Kleidung luxuriöser Marken aus und sind 14 – 17 Jahre alt.
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Erstellt: 2019-10

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