Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany
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Roboter (W3)

Der "Roboter", span. "robot", frz. "robot", ital. "robot", ndl. "robot", engl. "robot", geht über tschech. "robota" = dt. "schwere, mühsame Arbeit", "Frondienst" und tchesch. "rabu" = dt. "Sklave", "Knecht", "Diener" zurück auf ein postuliertes ide. "*orbh-" = dt. "verwaist", "Waise". Auf diese Wurzel werden auch griech. "orphanos" = dt. "verwaist", engl. "orphan" = dt. "Waise", dt. "Arbeit", dt. "Erbe" und evtl. dt. "arm" zurück geführt.

Der tschechische Schriftsteller Karel Capek benutzte in seinem Roman "R. U. R." ("Rossum's Universal Robots") "robot", für einen künstlichen Menschen, der Arbeiten verrichten und reden kann. tschech. Er bezog sich damit auf tschech. "robota" = dt. "schwere, mühsame Arbeit", "Frondienst". Seit dem Jahr 1922 findet man die Lehnübersetzung dt. "Roboter" auch im Deutschen.

Frühe Belege für "roboter" = dt. "Arbeiter" im deutschen Sprachraum, findet man allerdings bereits um 1600. (Siehe dazu Link zu "Deutsches Rechtswörterbuch" ("DRW") weiter unten.)

Auf dem Weg von urslaw. "*orbota" = dt. "Arbeit" zu russ. "rabota" bzw. tschech./slowak. "robota" kam es auch zu einer Metathese, also zu einer Lautumstellung bzw. Buchstabenumstellung, in diesem Fall von "-or-" zu "-ro-".

Einst gab es auch einen Roboter-Schlumpf.

(E?)(L?) http://besserwisserseite.de/fremdworte.phtml

Was sollen Roboter tun? Arbeiten sollen sie. Das tschechische Wort "robota" bedeutet "Fronarbeit", "Zwangsdienst".


(E?)(L?) https://www.bet.de/lexikon/liste/buchstabe/A/




(E?)(L?) https://www.br.de/mediathek/podcast/diwan-das-buechermagazin/von-frauen-und-robotern/1639416

Diwan - Das Büchermagazin

Von Frauen und Robotern

Aufregendes in unserem Büchermagazin Diwan: Wir begegnen zwei Robotern, Adam und Carl, wir präsentieren drei Geschichten über Frauen, wir begegnen zwei Prix Goncourtpreisträgern, zwei Amerikanerinnen, zwei Franzosen und ein Brite. Dahinter verbergen sich: Leila Slimani, Ian McEwan,Pierre Lemaitre, Nell Zink und der Vlogger Hank Green, ein literarischer Senkrechtstarter. Außerdem: Ein Hörbuchtipp und ein Wunschbuch aus der Sendung.


(E?)(L?) https://www.br.de/mediathek/podcast/radiowissen/kraftwerk-von-models-robotern-und-computern/1790885

radioWissen

Kraftwerk - Von Models, Robotern und Computern

Die Düsseldorfer Popband Kraftwerk hat mit rein synthetischen Klängen ein Abbild der modernen Welt geschaffen - Vorbild für Techno, Hiphop und Synthie-Pop. Zu ihren Fans zählten auch David Bowie und Michael Jackson


(E?)(L?) https://www.fernsehserien.de/roboter-emil-und-tante-bodzenka

Roboter Emil und Tante Bodzenka (CSSR 1969-1970)


(E?)(L?) https://www.golem.de/specials/robots/

"Roboter" sind auf dem Vormarsch: Sie fahren, fliegen, schwimmen oder laufen auf zwei oder mehr Beinen. Sie arbeiten in der Fabrik, werden im Krieg und in Katastrophengebieten eingesetzt. Bald werden sie auch den Haushalt erobert haben: Sie halten die Wohnung sauber, bedienen bei der Party Gäste oder pflegen die Großeltern. Selbst das Spielzeug wird ein Eigenleben führen.

Artikel
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(E?)(L?) https://www.golem.de/specials/roboterjournalismus/

"Roboterjournalismus"

Ein Roboterjournalist ist eine Software, die Daten und Details sammelt und diese zu einem Artikel zusammenstellt. Das bekannteste Beispiel ist Quakebot. Das Programm veröffentlichte automatisiert Beiträge über ein Erdbeben in Kalifornien mit allen wichtigen Eckdaten. Die Daten zog sich Quakebot aus einer offiziellen Mitteilung der Erdbebenwacht USGS.


(E?)(L?) https://www.golem.de/specials/saugroboter/

"Saugroboter" nehmen ihren Besitzern das Staubsaugen ab. Und sie erziehen dazu, den Boden von Kabelgewirr freizuhalten, da sie sich schnell darin verfangen können. Saugroboter sind die derzeit verbreitetste Art von Haushaltsrobotern - Marktführer ist derzeit iRobot mit verschiedenen Roomba-Modellen.


(E?)(L?) https://www.golem.de/specials/tauchroboter/

Tauchroboter


(E?)(L?) http://www.hyperkommunikation.ch/lexikon/lexikon_index.htm

Roboter sind Automaten, die zu Menschen analoge Gestalten haben.

Der Ausdruck Roboter stammt von Karel Capek, der ihn 1921 in seinem Roman, "Rossum's Universal Robots" (R.U.R.) eingef?hrt hat, in Anlehnung an das tschechische Wort "robota" (Fronarbeit). []

Roboter-Gesetze Asimov, S. 140/157,explizit S.50
...


(E?)(L?) http://www.kantel.de/robot/folio020.html

»Roboter - Ursprünglich verstand man unter einem Roboter einen künstlichen Menschen, der durch einen Mikroprozessor statt einem Gehirn gesteuert wurde. Mittlerweile hat sich der Roboter in Produktionsstätten für Autos oder Elektrogeräte durchgesetzt, wo er insbesondere monotone oder für Menschen gefährliche Arbeiten übernimmt. Der Roboter in Menschengestalt existiert nur noch in Science-fiction-Romanen.«
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(E?)(L?) https://www.mathekalender.de/info/Loesungsheft2008.pdf

19: Roboter und Zuckerstangen


(E?)(L?) http://www.michas-spielmitmir.de/spieletests.php?id=rasende_roboter

Rasende Roboter


(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/83084




(E?)(L?) https://www.planet-wissen.de/layout/sucheplanetwissen102.jsp?q=roboter

Ihre Suche nach "roboter" ergab 49 Treffer.


(E?)(L?) https://www.planet-wissen.de/technik/computer_und_roboter/roboter_mechanische_helfer/index.html

Waren "Roboter" vor einigen Jahrzehnten noch bloße Science-Fiction, sind sie aus dem Leben heute kaum mehr wegzudenken. Sie bauen Autos, entschärfen Bomben und tauchen in die Tiefen der Ozeane. Auch die Raumfahrt ist bei ihren Missionen auf die Unterstützung von Robotern angewiesen. Doch bevor das erste Roboterfahrzeug auf dem Mars herumfahren konnte, mussten Forscher erst viele Jahre Entwicklungsarbeit leisten. Das Wort "Roboter" wird vom tschechischen "robota" abgeleitet, das so viel heißt wie "Fronarbeit". Der tschechische Schriftsteller Karel Capek nannte 1920 die Maschinenmenschen in seinem Theaterstück "Rossums Universal Robots" (R.U.R.). In dem Drama werden diese in Tanks herangezüchtet, um an Stelle von Menschen in der Industrie zu arbeiten.

Die Wortschöpfung "Roboter" hielt Einzug in viele Sprachen. 1927 trat mit dem Film "Metropolis" eine menschliche Maschine das erste Mal auf die Kinoleinwand. Berühmtheit erreichten die Roboter schließlich in den 1940er Jahren durch die Erzählungen Issac Asimovs.
...


(E?)(L?) http://www.prismenfernglas.de/etymologie.html

Roboter

Der tschechische Schriftsteller Karel Capek erfand das Wort für ein Stück über mechanische Menschen, das »R.U.R« hieß, für »Rossums universelle Roboter«. Grundlage dieser Neuschöpfung war das slawische "robota", das "Arbeit" bedeutet - und mit diesem Begriff sogar sprachlich verwandt ist (da indogermanischen Ursprungs). 1922 bürgerte sich der Begriff im Deutschen ein.


(E?)(L?) https://www.scinexx.de//




(E?)(L?) http://www.sprachlog.de/2016/08/10/das-erbe-des-arbeitsroboters/

Das Erbe des Arbeitsroboters
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Zunächst einmal lässt sich schnell klären, dass "Roboter" und das fnhd. "Robot" = "Frondienst" eine gemeinsame Quelle haben: das tschechische "robota" = "schwere, mühsame Arbeit", "Frondienst". Es leitet sich wiederum, mit dem abstrakten Suffix "-ota", von "rabu" = "Sklave", "Knecht", "Diener" ab. Das Wort wurde im 14. Jh. ins Deutsche übernommen (als "Robot", "Robote", "Robat", "Robate", "Robolt", "Rowolt") und findet sich vor allem in Rechtstexten — meist solchen aus dem Osten des deutschen Sprachgebiets, wo direkter Kontakt mit TschechischsprecherInnen bestand. Davon zeugen auch weitere Entlehnungen, z.B. "Quark", "Schmant", "Zeisig", "Grenze", "Pistole", "Haubitze", "Halunke" und "Trabant" (ein besonderer Fall ist "Schmetterling"). Als Frondienst aus der Mode kam, ging auch der Gebrauch des Wortes "Robot" zurück, dialektal wird es aber teilweise bis heute für "Arbeit" genutzt.

Der "Roboter", ein mechanischer 'Arbeiter', hat seinen ersten Auftritt in der deutschen Übersetzung des tschechischen Dramas "Rossumovi Univerzální Roboti" von Karel Capek aus dem Jahr 1920. Im Original heißt er "robot", von "robota" zurückgebildet, ein Kunstwort, das sich der Bruder des Autors ausgedacht hat. Otto Pick, der Übersetzer, versah den tschechischen "robot" mit dem Suffix "-er", das sog. Nomina Agentis bildet, also handelnde Substantive (wie Lehrer, Schüler, Händler, Arbeiter, …) — ein cleverer Zug zur Integration in den deutschen Wortschatz. In anderen Sprachen, z.B. Englisch, übernahm man das Wort dagegen unverändert.

Das tschechische "robota" beinhaltet den Leibeigenen "rabu", und der hieß zuvor, im Altslawischen, wohl "*orbu-". (Vokal und "r" haben also später die Plätze getauscht, eine sog. "Metathese".) Das wiederum geht auf die indogermanische Wurzel "*orbh-" = "verwaist", "Waise" zurück — was einiges über den damaligen Status elternloser Kinder aussagt, die sich das Überleben durch saure Arbeit verdienen mussten.

Ein anderer direkter Nachfolger der Wurzel ist das griechische "orphanos" = "verwaist", das via Latein schließlich als "orphan" = "Waise" ins Englische entlehnt wurde. Auch im Deutschen hat sie sich gehalten: Sie steckt im althochdeutschen Wort "arabeit", "arbeit" = "Mühsal", "Plage", "Anstrengung". In dieser Bedeutung findet es sich auch noch im Nibelungenlied:
...
Im Lauf der Zeit wurde der quälende Aspekt abgemildert, heute kann "Arbeit" auch leicht sein und Spaß machen. Pfeifer schreibt dazu: Die positive Bewertung der "Arbeit" (zuerst bei Luther) vollzieht sich unter dem Einfluß des aufsteigenden Bürgertums und der zunehmenden Entwicklung kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Sie entspricht der wachsenden Erkenntnis von der Rolle und Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Entwicklung der Gesellschaft. Marx und Engels schließlich bestimmen sie als “eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen”.

Ebenfalls auf "*orbh-" zurückführbar sind das "Erbe" (das, was einer Waise gehört) und möglicherweise das Adjektiv "arm".
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(E?)(L?) https://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige

Deutsches Rechtswörterbuch (DRW)
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"Fußroboter" = "Fronarbeiter ohne Gespann"

ob nebst dem zug ... auch noch absonderlich ein oder mehr fußroboter zu gestellen

1738 Grünberg, Bauernbefr. II 34

"Handroboter" = "der Frondienst durch Handarbeit leistet"

die handtrobater ainer heundt, der ander morgen khumbt oder khleines unnützes gesindt schückhen ... die sollen jedes verbrechen nach gestrafft werden

1601 MHungJurHist. V 2 S. 97

die handrobather an die orth, dahin si bescheiden werden, erscheinen

1692 CAustr. I 507

welchen fuesgeheter oder hantrobeter an das gejait oder ander kaiserliche robothen angesagt wiert

17. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 714

daß denen roßen und ochsen heu, dem handrobather aber eines jeden tags die speis gereicht werde

1752 Chorinsky,Mat. III 351

"Roboter", m., "Robote", m. = "Person, die Robot (I) leisten muß; auch: Person, die für eine andere robotpflichtige Person die geschuldete Leistung erbringt

bdv.: Robotmann

es soll sich auch kainer nit aussreden, er hab kainen robater nit khünnen haben, welicher aber das thuet, vnd nit nutz robater schickt, der ist vnserm bropst puessfellig v ? lx dl.

1391 BeitrSteirG. 13 (1876) 102

wan man am schloß inner oder aussers haus zu tecken mauren oder pauen, sollen die Särlespecker robolder schicken, die ainem maister raichen und zuetragen

1557 OÖsterr./ÖW. XII 134

wann diese arbeit der zäunung erörtert, will ihnen den robotern die pflanzbeete umzugraben ... gebühren

1597 Grüll,OÖRobot 269

ain ieglicher der robat in die hofgärten ... schuldig ist, soll selbst erscheinen oder einen tauglichen robater schicken

Ende 16. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 739

ob ainer ain klain oder kranken robolter schigket der die arbait nicht möcht verbringen, sollten die ambtleit nit annemen sunder wek schigkn

16. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 729

welcher aber darwider [Arbeits- und Pausenzeiten in der Robot] handlen und angezaigt werden wirt, darumb soll nicht der haußherr, sondern auch der geschickte robather - es sei knecht oder diern - mit ernst gestraft ... werden

1638 OÖsterr./ÖW. XV 212

es soll hinfüro wer seine robaten nit schickhen würdt, solle das tagwerch toppelt erlegt werden

1644 MHungJurHist. V 2 S. 198

welcher nit ainen genuegsamen robather schikt, ist auch verfallen daß wandl 72 ?

1648/58 OÖsterr./ÖW. XIII 23

jene underthonen so ... robathen wan ain derselben sein robath vergeßen thuet oder ainen nichtswertigen robather schickt ..., sollen diejenigen so die robath gericht haben jeden umb 2 ß ? vertrünken

1675 Steiermark/ÖW. VI 98

durch anweisung der roboter oder in anderweg erfolgende verrichtungen

1713 Tirol/ÖW. V 580


(E?)(L?) https://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=680

Roboter im Film

1920 benutzte der tschechische SF-Autor Karel Capek zum ersten Mal das Kunstwort "Roboter", zurückgehend auf den indogermanischen Wortstamm "*orbho-" (= "Arbeit", "Mühsal"). Das Wort wurde zur allgemeinen Bezeichnung für ein mechanisches Kunstwesen. Wenn dieses Menschengestalt hat, wird es als "Android" (aus griechisch "andros eides" = "menschenähnlich") bezeichnet.

Schon im frühen Stummfilm finden sich Roboterdarstellungen (Gugusse et l'automate, Méliès 1897). Einen der ersten deutschen Roboterfilme inszenierte Harry Piel (Der Elektromensch, 1916, verschollen). Ein frühes Beispiel für einen Androiden ist die künstliche Maria aus Fritz Langs Metropolis (1925/26).

Während in den 1930er und 1940er Jahren kaum Roboter im Film auftauchen, beginnt mit der Figur des „Gort“ aus "The Day the Earth Stood Still" (1951) die Zeit der „Roboterstars“; es folgen „Robby the Robot“ (zuerst in Forbidden Planet, 1956) sowie ab 1977 „C3PO“ und „R2D2“ aus den Star Wars-Filmen. Seit Anfang der 1980er rückt die Frage der Mensch-Maschine-Identität in den Vordergrund, zunächst in "Blade Runner" (1982) und ab 1984 in den "Terminator-Filmen". Auffallend ist, dass viele neuere Roboter an Komikerfiguren angelehnt sind - "C3PO" und "R2D2" erinnern an "Pat und Patachon", und "Hewey, Dewey und Lewey" aus "Trumbulls Silent Running" (1971) sind den Disneyschen "Tick, Trick und Track" nachgebildet.
...


(E?)(L?) https://www.wasistwas.de/search.html?keywords=roboter

Ergebnisse: 112 für roboter


(E?)(L?) https://www.wasistwas.de/archiv-technik-eure-fragen-computer-und-roboter.html




(E?)(L?) http://www.wasser-wissen.de/abwasserlexikon/k/kanalroboter.htm

"Kanalroboter", ("sewer robot"), bestehen i.d.R. aus fahrbaren, starren Lafetten, auf denen verschiedenartige Funktionsköpfe für Inspektions- und Reparaturarbeiten in Abwasserkanälen angebracht sind. Diese Plattformen sind über Kabel mit einem oberirdischem Leitstand - meist in einem Kleintransporter untergebracht - verbunden. Das Kabel versorgt den Kanalroboter mit Energie und transportiert dessen Videosignale zu einem menschlichen Operator, der den Roboter vom Leitstand aus steuert. Anhand der abgerollten Kabellänge kann man auch ungefähr abschätzen, wie weit der Roboter sich vom Einstieg in den Kanal entfernt hat.


(E?)(L?) http://www.wortwarte.de/




(E?)(L?) https://zbw.eu/stw/version/latest/descriptor/12737-3/about.de.html

"Roboter", "Robot" (engl.)

benutzt für: Serviceroboter, Robotik, Roboterzelle, Mobiler Roboter, Industrieroboter, Autonomer Roboter, Robotics, Robotic cell, Mobile robot




(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Roboter
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Roboter" taucht in der Literatur um das Jahr 1850 / 1930 auf.

Erstellt: 2020-05

S

scharwenzeln (W3)

Eine wirklich schlüssige Erklärung scheint es für dt. "scharwenzeln" = dt. "sich jemandem andienen" nicht zu geben.

Angeführt wird z.B. der heiliggesprochene Herzog Wenzel I. von Böhmen (903 - 929). Er soll wie ein Heiliger gelebt haben. Aus irgendeinem Grund bezeichnete "Wenzel" den Buben im Kartenspiel. Der "Herzbube" war der "Scharwenzel" (mit tschech. "cervený" = dt. "rot"). In manchen Kartenspielen war der Bube auch Trumphkarte und konnte sich so den an sich höheren Karten "Dame" und "König" als nützlich erweisen. So konnte der "Scharwenzel" auch in anderen Lebenslagen zu einem "dienstbeflissenen Menschen" werden, der sich bevorzugt im Umfeld höhergestellter Personen - oder auch Menschen des anderen Geschlechts - aufhielt.

Aber wieso muss der Heilige Wenzel seinen Namen für einen eher weltlich handelnden Menschen hergeben?

Neben dieser Herleitung findet man aber auch den Versuch, "Scharwenzeln" mit dem "Schwänzeln" von Hunden in Verbindung zu bringen.

In Tamar Lewinsky: "Geflügelte Namen", wird auch der "Fatzke" = dt. "hochmütiger, eitler Mensch" über die Koseform tschech. "Wacek", "Wacku" auf den Namen "Wenzel" zurückgeführt.

(E?)(L?) https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id8.htm#!page/81315/mode/1up




(E?)(L?) https://www.kunst-worte.de/archaismen/archaismus-1615-scharwenzeln/

Verb "scharwenzeln": Überbeschäftigt und überfleißig in jemandes Nähe arbeiten, um sich einzuschmeicheln. Auch ständig in Bewegung sein, umhersausen. "Die Magd scharwenzelte den ganzen Vormittag zwischen den Stallburschen auf dem Hof herum."


(E?)(L?) https://www.wissen.de/wortherkunft/scharwenzel

Scharwenzel

1. Kartenspiel: Unter, Bube

2. allg.: übertrieben diensteifriger Mensch, Liebediener

aus tschech. "cervený" = "rot" und tschech. "Wenzel" = "Unter", "Bube" im Kartenspiel, also "Herzbube";

die allg. Bed. ist wohl Rückbildung aus "scharwenzeln" = "schweifwedeln", gestreckt aus "schwänzeln".


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB#1

"SCHARWENZEL", m., auch, doch seltener, "scherwenzel".

1) "unter", "bube im kartenspiel". Schm. 2, 448. Hunziker 218. nach Adelung (unter "scherwenzel") und Frischbier 2, 259 gilt die bezeichnung nur für eine bestimmte art von kartenspiel, wo der "unter" vielerlei verrichtungen hat, weshalb dann auch das spiel selbst so heiszt: ey, versetzte Gelanor, gefällt euch das schöne kartenmänngen (ein stutzer), fürwar wer diesen hätte und drey "scharwenzel" dazu, der könnte 50. thaler besser bieten. Weise erzn. 33 neudruck; er solte ein andermahl die "scharwenzel" bekneipen, dasz er wüszte, wo sie lägen. 35; im bilde: wenn ich den grünen "scharwenzel" nicht besetzt hätte, ich wäre auf drey däuser labeth. 169. nach Schm. 2, 452 ist "scherwenzel" bair. auch dasselbe wie 1DWb scherer im färbeln, einer art des kartenspiels, wo die "7, 8, 9 und 10" zusammen der "klein scherer", "unter, ober, könig und asz" zusammen der "grosz scherer" heiszen.

2) "allerweltsdiener", "mensch, der gegen jedermann dienstbereit ist", der sich zu allem brauchen läszt, oft mit dem nebensinn des unstäten. Adelung. Schm. 2, 448. Frischbier 2, 259b. Schambach 181a. Kleemann 18b, auch von dingen, die man zu manchen zwecken brauchen kann. Adelung. vom pudel- oder ungarischen wasserhunde sagt Döbel jägerpr. (1754) 1, 121a: diesen möchte man wohl den "scharwenzel" nennen, indem derselbe so gelehrig ist, dasz er fast alles nachmacht und annimmt.

3) "scharrfusz", "kratzfusz" als höflichkeitsbezeugung. Stalder 2, 309. Frischbier 2, 259b. bildlich: seine censuren aber sind lauter "scharwenzel", die man versetzen und vertauschen kann, wie man will, indem sie auf den einen eben so gut, wie auf den andern passen ... was lernt man aus solchen lobsprüchen? Lessing 8, 59.

4) hessisch, "schlechter, stinkender rauchtabak". Kehrein 1, 341.

5) das wort wird verschieden erklärt. der erwähnung wert ist die vermutung, es sei umgedeutet aus ital. "servente". vgl. Andresen volksetym. 9. andere betrachten mit mehr wahrscheinlichkeit die gleichheit des zweiten bestandtheils mit dem bekannten eigennamen nicht als sekundär, sondern sehen wirklich diesen darin, so Adelung und Weigand 2, 552. "schar-", "scher-" hält letzterer unter hinweis auf das gleichbedeutende bair. "scherer" (s. oben 1) für den stamm von "scheren", während es nach Adelung "schar" 'frohne' ist. vgl. 1DWb "schar" 16. in der auffassung des ganzen als 'knecht' kommen beide überein. das von Regel 257 geäuszerte bedenken, ein slavischer name könne kaum volksmäszigen wörtern wie "scharwenzel", "lausewenzel", "sauwenzel" vorliegen, fällt dieser ansicht gegenüber nicht ins gewicht. "wenzel" kann sehr wol eine allgemeine, verächtliche bezeichnung gewesen sein für die slavischen bewohner der zurück gewonnenen landstriche, die der deutsche colonist sich dienstbar machte. vgl. Wander 4, 105. die erst später belegte anwendung im sinne von 2 würde darnach der ursprünglichen am nächsten kommen, doch scheint hier, wenn das wort den nebensinn des unstäten hat, bedeutungsanlehnung an "wenden" vorzuliegen. Adelung. im kartenspiel sind bube, bauer ähnliche namen für den "unter", zweifelhaft bleibt, ob "wenzel" in diesem sinne erst abkürzung von "scharwenzel" ist, oder diesem gleichberechtigt zur seite steht. der gebrauch des worts von einem schlechten, wertlosen gegenstande, wie er in 4 vorliegt, stünde der nach Adelung ursprünglichen bedeutung gar nicht so fern. zu 3 vgl. 1DWb "scharrfusz" 1 und 2.

"SCHARWENZELN", verb., auch "scherwenzeln", vom vorigen.

1) das kartenspiel "scharwenzel" (s. d. 1) spielen. frauenz.-lex. (1715) 1034: eben so wie man sonst beim pochen oder "scharwenzeln" mithält, ohne ein wort zu sprechen. J. E. Schlegel werke 5, 289.

2) im sinne von "scharwenzel" 2, sich zu allem gebrauchen lassen, bald hier, bald dort geschäftig sein, oft mit dem nebenbegriff des unstäten. Schm. 2, 448. Hunziker 218. Frischbier 2, 259b. Schambach 181a. der bedeutung 3 nahe kommend, um jemand behülflich herumlaufen. Kleemann 18b.

3) nach "scharwenzel" 3 sich mit kratzfüszen drehen. Jecht 92a.

2 /Bd. 14, Sp. 2230/ "SCHARWENZEN", verb., auch "scherwenzen", "scharwinzen", dasselbe wie das vorige. im sinne von 3: da hielt dich das unglückliche hofleben, und das "schlenzen und scherwenzen" mit den weibern. Göthe 8, 29;

ein leeres gespreize, ganz wie sonst,

ein abgeschmacktes scherwenzen.

H. Heine 1, 345 Elster.

freier, durch schmeicheln jemand bethören, gewinnen:

noch so schelmisch mag dein (der Venus) auge blinzen,

noch so lächeln dein verhexter mund,

diesen richter kannst du nicht scharwänzen (lesart scharwinzen)

mit gestolner mienen gaukelband.

Schiller 1, 188.

"SCHARWENZLER", m. der scharwenzelt, kratzfüsze macht. Stalder 2, 309. vgl. 1DWb "scharwenzeln" 3.


(E?)(L?) https://synonyme.woxikon.de/synonyme/scharwenzeln.php

SYNONYME FÜR SCHARWENZELN

245 gefundene Synonyme in 19 Gruppen




(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=scharwenzeln
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "scharwenzeln" taucht in der Literatur um das Jahr 1850 auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2021-03

schlawenzeln (W3)

Gibt man in Google "schlawenzeln" ein, erhält man fast ausschliesslich Treffer für "scharwenzeln". Eine nachvollziehbare Herleitung von "schlawenzeln" habe ich jedenfalls nicht gefunden.

Es könnte sich also bei "schlawenzeln" durchaus um eine Verballhornung von "scharwenzeln" handeln. Etwas anspruchsvoller formuliert könnte es zu einer Metathese [Lautumstellung] von "-ar-" zu "-ra-" mit anschließender Ersetzung von "r" durch "l" gekommen sein.

Möglicherweise entstand "schlawenzeln" auch unter dem Einfluss von "Schlawiner" und "schlawinern".

Auf einer Seite der FU Berlin stehen "schlawenzeln" und "scharwenzeln" einträchtig nebeneinander.

(E?)(L?) http://neon.niederlandistik.fu-berlin.de/de/plattdeutsch/wb?buchstaben=S

"schlawenzeln", "scharwenzeln" = "herumstreichen", "herumstreunen", "sich herumtreiben"


(E?)(L?) https://mitmachwoerterbuch.lvr.de/detailansicht.php?Artikel=schlawenzeln&Eintrag1=4484

"schlawenzeln", "schawenzeln" meist als "rumschlawenzeln" "herumlungern"
...


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB#1

"schlawenzeln": Trier (Mos), Geld-Capellen schw.: "schlendernd gehen", "affektiert tun", "scharwenzeln". — Abl.: die "Schlawenzelei", "Schlawenzelerei", "dat Geschlawenzel", "Geschlawenzels".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=schlawenzeln
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "schlawenzeln" taucht in der Literatur nicht signifikant auf.

(E?)(L?) http://corpora.informatik.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2021-03

T

U

V

W

X

Y

Z