Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology, (griech.) etymología, (lat.) etymologia, (esper.) etimologio
DE Deutschland, Alemania, Allemagne, Germania, Germany, (esper.) Germanujo
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Schlawiner (W3)

Der "Schlawiner" war ursprünglich ein Hausierer. Da viele von ihnen aus Slowenien kamen und diese auch als besonders "geschäftstüchtig" galten, wurde der "Slowenier" / "Schlawiner" zum Inbegriff für einen "schlauen Mitmenschen", "gerissenen, pfiffigen, unzuverlässigen Menschen, "Gauner", "Schlingel".

Die Bezeichnung dt. "Schlawiner" für einen "schlauen, durchtriebenen Menschen" soll Anfang des 20. Jh. im kaiserlichen Österreich gebildet worden sein. Er bezog sich auf "Slowene", der Bezeichnung für den Angehörigen des slawischen Volks der Slowenen, bzw. "Slawonier", als Bezeichnung für den Bewohner des Gebiets Slawonien in Kroatien). Slowenische Händler zogen anscheinend in dieser Zeit vermehrt als Händler umher und galten als besonders gerissene Geschäftemacher.

Durch den Sklavenhandel der Deutschen, Byzantiner und Venetianer im mittelalterlichen Orient, dessen Opfer vorwiegend "Slawen" waren, wurden dann aus den "Slawen" = dt. "Berühmte" die dt. "Sklaven", frz. "esclave", also die Geknechteten (span. "esclavo", port. "escravo" = dt. "sklavisch", ital. "schiavo" = dt. "Sklave", engl. "slave" = dt. "Slave" und "Sklave",). Frz. "esclave" (und damit auch frz. "esclavage", "esclavagiste") geht dabei direkt zurück auf mlat. "sclavus" = dt. "Sklave", wörtlich dt. "Slawe". Die Vorform wird mit lat. "*sclavone" = dt. "Slawe" angenommen. Als griechische Entsprechung findet man griech. "Sklábos" = dt. "Sklave", wörtlich dt. "Slawe" und "Sklabênós".

(E?)(L?) https://www.blueprints.de/wortschatz/von-quintessenz-bis-tusculum/

Die Bezeichnung "Schlawiner" kommt von "Slowena", dem "slowenischen Hausierer". Sie galten als besonders gerissene Geschäftemacher und müssen so heute noch für diese Beschimpfung herhalten.
...


(E?)(L?) https://www.fernsehserien.de/schlawiner

"Schlawiner"

A / D 2011–2013

27 Folgen in 3 Staffeln

Special

Deutsche Erstausstrahlung 02.09.2011, Bayerisches Fernsehen

Original-Erstausstrahlung 10.03.2011, ORF eins (Deutsch)

Echte „Schlawiner“ brauchen und vertragen keine Therapeuten – ganz im Gegenteil: Selbst ihrem Therapeuten würden sie nur geschönte Anekdoten ihrer Wirklichkeit präsentieren, um vor ihm besser dazustehen. Schließlich sind sie immer davon überzeugt, alles richtig zu machen. Und wenn etwas schief läuft, sind es die anderen – was nicht selten zu komischen Schuldzuweisungen und vermeintlichen seelischen Heilungsprozessen führt. Es bleibt dem „Schlawiner“ nur die Möglichkeit, sich ein neues Opfer zu suchen, um das Tempo seiner endgültigen Verwandlung zu verlangsamen.

„Schlawiner“ sind liebenswürdige, verschlagene Komödianten des Heute. Zwar verhalten sie sich wie Egoisten, versuchen aber, ihr Gegenüber nicht übermäßig zu verletzen. Dennoch ruft ihr Verhalten Abschürfungen an den Eitelkeiten hervor – beim Opfer und beim Verursacher selbst. In Interviews sprechen sich die Charaktere über „die wahren Motive“ ihrer Handlungen aus. Doch wie es sich für „Schlawiner“ eben gehört, entsprechen auch diese Aussagen nicht immer der vollen Wahrheit.

(Text: ORF)


(E?)(L?) http://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/?preload=http://corpora.ids-mannheim.de/ccdb/db/5363/5363686c6177696e6572/t5363686c6177696e657200.html?src=elex

Analysewort: "Schlawiner", Analysetyp 0


(E?)(L?) http://www.koeblergerhard.de/der/DERS.pdf

"Schlawiner", M., "Gauner", "Schlingel", zum PN "Slawonier", "Slowene"


(E?)(L?) https://www.kunst-worte.de/archaismen/archaismus-2459-schlawiner/

Substantiv "Schlawiner": "Gerissener, pfiffiger Mensch"


(E?)(L?) https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/Schlawannes

"schlawenzeln" Darmstadt, Worms, ...


(E?)(L?) https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/shwb/entry/Schlawannes

"Schlawiner" Rheinhessen, ...
...


(E?)(L?) https://www.owid.de/artikel/239135

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Verteilung im elexiko-Korpus ...


(E?)(L?) https://www.redensarten.net/schlawiner/

...
Herkunft

Ursprünglich war "Schlawiner" eine vor allem in Österreich und Süddeutschland gebrauchte, abschätzige Bezeichnung für "Hausierer slowenischer Herkunft" (damals zu Österreich gehörend), die als ganz besonders gerissen und geschäftstüchtig galten. Diese schon etwas chauvinistische Bedeutung ist nahezu in Vergessenheit geraten, so dass der "Schlawiner" in seiner heutigen Bedeutung wohl bedenkenlos gebraucht werden kann. Schließlich ist es eine Grundeigenschaft von Redensarten und Redewendungen, sich im Laufe der Zeit von dem zu lösen, was sie einmal wörtlich bedeutet haben.
...


(E?)(L?) http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/schlawiner.html

"Schlawiner": "kleiner Gauner", "Schlitzohr"; "biss mich ein Schlawiner" - oft zu Kinder, die einen Streich oder Trick zur Überraschung der Erwachsenen durchgeführt haben ("Aus mein kleine Furzknoten ist en echt finnigen Schlawiner geworden.")


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=PfWB#1

"Schlawiner" m.:


(E?)(L?) https://woerterbuchnetz.de/?sigle=RhWB#1

"Schlawiner" PfWb Sg. u. Pl. Saarbrücken-Dudweiler, Saarland und auch sonst verbreitet m.: "verächtliches Schimpfwort, "Spitzbube".


(E1)(L1) http://books.google.com/ngrams/graph?corpus=8&content=Schlawiner
Abfrage im Google-Corpus mit 15Mio. eingescannter Bücher von 1500 bis heute.

Dt. "Schlawiner" taucht in der Literatur um das Jahr 1900 auf.

(E?)(L?) https://corpora.uni-leipzig.de/


Erstellt: 2021-03

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