Etymologie, Etimología, Étymologie, Etimologia, Etymology, (griech.) etymología, (lat.) etymologia, (esper.) etimologio
CH Schweiz, Suiza, Suisse, Svizzera, Switzerland, (esper.) Svislando, Svisio, Svisujo - Schweizerische Eidgenossenschaft - Confoederatio Helvetica
Ismus, Ismo, Isme, Ismo, Ism, (esper.) ismoj

CH-Ismen

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

"§"
Omnibus
(W3)

omnibus

"Bus" ist eine Verkürzung von "Omnibus", der wieder eine Verkürzung von frz. "voiture omnibus" = "Wagen für alle" ist.

Interessant dabei ist, dass "-bus" eigentlich nur die verselbständigte lateinische Kasusendung ist (Dativ von lat. "omnes" = "alle").

Die Abkürzung "ZOB" steht üblicherweise für "Zentraler OmnibusBahnhof"

Die Bezeichnung "Omnibus" und "Bus" findet man auch in vielen anderen Sprachen - und sie wurde auch in die konstruierte Sprache Esperanto aufgenommen.

In der Schweiz und in Österreich spricht man auch von "Autobus", statt von "Bus" bzw. "Omnibus".

(E?)(L?) https://anglizismen.idiotikon.ch/o/

Anglizismensammlung von Peter Dalcher: "omnibus"


(E?)(L?) https://www.idiotikon.ch/wortgeschichten/hieronymus-im-omnibus

Hieronymus im Omnibus – zum Internationalen Übersetzertag

Der 30. September ist der Internationale Übersetzertag – inspiriert vom Kirchenlehrer Hieronymus, der die Bibel und weitere Schriften ins Lateinische übertrug und Ende September 420 verstarb. Er ist der Patron der Übersetzer, Gelehrten, Lehrerinnen, Schüler, Studentinnen, Korrektoren und Theologinnen.

Der Taufname "Hieronymus" war und ist sehr beliebt – all die Namenträger wie "Jérôme", "Jerome", "Jeroen", "Jerónimo", "Girolamo" / "Gerolamo" usw. machen dies deutlich. Das traf auch auf die Deutschschweiz des 19. Jahrhunderts zu, wo der Name in zahlreichen Varianten vorkam. Das Schweizerische Idiotikon nennt "Jero" für Graubünden, "Roni" ("Roneli", "Röni", "Rönel", "Röneli") für Aargau, Appenzell, Basel, Glarus, Luzern, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Unterwalden, Uri und Zug, "Ronimus" ("Ronimüssli", "Ronemissli", "Ronimüssel") für Basel, Bern, Schwyz, Solothurn, St. Gallen und Thurgau, "Onimus" für Schaffhausen und schliesslich "Muss" ("Mussi", "Müssi", "Müssel") für Aargau, Basel, Bern, Graubünden, Luzern, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen und Zürich.

Bei "Hieronymus" zeigt sich, was wir von vielen anderen Namen kennen: Mehrsilbige Namen werden am Wortanfang und/oder am Wortende gerne gekürzt, und auch die Laute unterliegen einer Anpassung an die Alltagssprache. So wird der – man könnte die Liste schier endlos fortsetzen.

Als im 19. Jahrhundert in Frankreich der "Omnibus" – übrigens ein lateinischer Dativ Plural mit der Bedeutung "für alle" – aufkam und schliesslich auch die Schweiz erreichte, tat man sich anfänglich schwer mit dem Wort. Wir kennen etliche Fremdwörter, die auf sehr kreative Weise ins Schweizerdeutsche integriert wurden: Und der "Omnibus" wurde zum "Onimus", "Monibus" oder "Munibus" (Baselbiet), zum "Omlibus" (Zürich?), zum "Unibus" (Ort?) – und, mit gnädiger Mithilfe von Hieronymus, zum "Ronimus" (Aargau, Baselbiet).

"Ronimus" war übrigens keineswegs eine scherzhafte Bildung, sondern durchaus volkssprachlich, wie Idiotikon-Informant Benedikt Meyer (1813–1889) aus Basel bestätigte. Ausdrücklich scherzhaft gebraucht wurde hingegen der "Rollibus" (Zürich). Das heute übliche kurze "Bus", "Buss" oder "Böss" sucht man im Idiotikon übrigens vergeblich – die im Englischen erstmals 1832 bezeugte Kurzform war in der Deutschschweiz um 1900, als das Wort hätte abgehandelt werden müssen, offenbar noch nicht so richtig populär.

Unsere Mundartautoren, die ja meist durchaus gebildet waren, liebten es, in ihrer Literatur die Sprache der einfachen Leute zum Klingen zu bringen – oder sogar eine solche herbeizuphantasieren. Der Baselbieter Jonas Breitenstein witzelte in seiner «Baselfahrt» von 1860: Wie seltsam das [neu aufgekommene Fuhrwerk] auch war, so hatte es doch noch einen viel seltsameren Namen, und kein Mensch wußte, was er aus ihm machen sollte. Die Einen sagten: der neue Gast heiße "Ronimus", denn das sei auch so ein absonderlicher Heiliger gewesen; die Anderen behaupteten: nein, er heiße "Monibus"; wieso er mit dem Mond verwandt sei, wüßten sie nicht; und wieder Andere wollten wissen, er heiße "Ohni muß", weil es ja kein Muß sei, ob man mitfahren wolle oder nicht. Und der Aargauer Arnold Gysi schriftstellerte in seinen «17 erprobten humoristischen Vorträgen für gesellige Kreise jeder Art» von 1899: Was ech de sälb für en ewigi Mängi vo "Ronimüs" [am Bahnhof Genf] uf dei Zug gwartet het! Jo deis isch iez au nes G'räbel gsy, bis die Lüt all' mit ihre Koffere, Marmottli und ihre zämmegschnallete Chleiderbündel do drinne versorget gsy sind!

Um auf den Internationalen Übersetzertag zurückzukommen: Wie übersetzt man solche Wortspiele in eine andere Sprache? Das ist eine der grossen Herausforderungen für alle, die Literatur von einer in eine andere Sprache übertragen. An Breitenstein und Gysi hat sich jedenfalls unseres Wissens noch kein Übersetzer herangewagt ...


rstellt: 2026-04

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z